Doch auch der Rohstoffhunger des grünen Kapitalismus ist riesig: Selbst für nachhaltiges Palmöl, das in Biodiesel und Fertigprodukten steckt, werden Regenwälder gerodet und Menschen vertrieben, wie Kathrin Hartmann in aufrüttelnden Reportagen aus Indonesien zeigt. Ebenfalls schockierend sind ihre Recherchen in Bangladesch: Garnelen aus Zuchtbecken werden mit Öko-Siegeln exportiert, dabei wurden dafür gegen den Willen der Bevölkerung Reisfelder und Mangrovenwälder zerstört. Um den eigenen Hunger zu bekämpfen, zwingt man den Bauern dort Gentechnik-Saatgut auf.
Eine schonungslose Abrechnung mit der Illusion des grünen Wachstums, dem Zynismus von Wirtschaft , Politik und NGO und unserem verschwenderischen Lebensstil.
Kathrin Hartmann studierte in Frankfurt/Main Kunstgeschichte, Philosophie und Skandinavistik. Sie war Politikredakteurin bei der »Frankfurter Rundschau« und Textredakteurin beim Magazin »Neon«. Seit 2009 ist sie freie Journalistin und Buchautorin in München. Ihre Bücher »Aus kontrolliertem Raubbau« und »Die grüne Lüge« sind im Blessing Verlag erschienen. Letzteres wurde sowohl als Film (zusammen mit Regisseur Werner Boote) wie auch als Buchveröffentlichung ein großer Erfolg. Hartmann schreibt für den »Freitag«, die »Frankfurter Rundschau« und die "Süddeutsche Zeitung" und arbeitet im Rechercheteam von »Die Anstalt« im ZDF und »Mitternachtsspitzen« im WDR. Zuletzt erschien ihr Buch »Öl ins Feuer: Wie eine verfehlte Klimapolitik die globale Krise vorantreibt« bei Rowohlt (2024). Kathrin Hartmann lebt und arbeitet in München.