IM ZWEI-LITER-REAKTOR LIEF ALLES PERFEKT. IM 60-KUBIKMETER-FERMENTER BRICHT DER TITER UM EIN DRITTEL EIN. WARUM?
Weil sich beim Hochskalieren nicht die Biologie ändert, sondern die Physik. Die Mischzeit wächst um das Sechsfache, die spezifische Kühlfläche fällt, und die Zelle durchläuft plötzlich siebentausend Lastwechsel zwischen Substratüberschuss und Hunger — während alle geregelten Sollwerte unverändert dieselben Werte anzeigen.
DIE LÜCKE, AN DER PROJEKTE SCHEITERN
Es gibt hervorragende mikrobiologische Lehrbücher, die den Stoffwechsel bis zur Genregulation aufschlüsseln — und nie eine Sauerstoffbilanz aufstellen. Es gibt exzellente verfahrenstechnische Werke, in denen die Zelle nur als Senke mit konstanter Aufnahmerate vorkommt. Wer einen Prozess vom Stamm bis zum Handelsprodukt verantwortet, braucht beides in derselben Rechnung. Genau diese Verknüpfung fehlt fast überall.
WAS DIESES HANDBUCH ANDERS MACHT
Jeder Auslegungsschritt wird durchgerechnet — mit realistischen Zahlen, sichtbarem Rechenweg und ehrlichem Ergebnis. Wenn eine Rechnung einen nicht darstellbaren Stoffübergangskoeffizienten oder eine unmögliche Kühlmitteltemperatur liefert, wird das Ergebnis nicht geglättet, sondern als Befund behandelt und in die Abhilfe überführt. Diese Fälle bilden die industrielle Praxis genauer ab als jede glatt aufgehende Musteraufgabe.
DAS NEHMEN SIE MIT
42 vollständig durchgerechnete Beispiele — von der Reaktorgeometrie über den Sauerstoffeintrag bis zur Kapitalwertrechnung, jeder Zwischenschritt nachvollziehbar
184 Übungsaufgaben mit Lösungen in jedem Kapitel, rechnerisch gehalten und auf die Größenordnungen der Praxis geeicht
Über 250 Kennwert- und Vergleichstabellen mit Auslegungsrichtwerten, die Sie sofort einsetzen können
48 technische Abbildungen — Schnittdarstellungen, Fließbilder und Anlagenaufnahmen
Symbolverzeichnis, Glossar, Stoffdaten und Normenübersicht für den täglichen Gebrauch am Arbeitsplatz
Kapitelweise Lernziele und Zusammenfassungen für zielgerichtetes Selbststudium
AUS DEM INHALT
Stoffwechsel, Ausbeutegrenzen und Überflussstoffwechsel quantitativ beherrschen
Stammverbesserung von der Antimetabolitselektion bis zum Metabolic Engineering
Nährmedien, Rohstoffqualifizierung und Sterilisationstechnik mit Del-Faktor-Auslegung
Wachstumskinetik, Bilanzierung und Respirationsquotient als Führungsgröße
Reaktorauslegung, Stofftransport, Rheologie und Wärmeabfuhr
Betriebsweisen, Regelungstechnik und Maßstabsübertragung mit Scale-down-Systemen
Aufarbeitung von der Zellernte über Chromatographie bis zur Formulierung
Immobilisierung, Feststofffermentation, Anlagenplanung und Automatisierung
Qualitätssicherung, Biosicherheit, Umweltschutz und Wirtschaftlichkeitsrechnung
FÜR WEN DIESES BUCH GESCHRIEBEN IST
Verfahrens- und Bioverfahrensingenieure, die Anlagen auslegen, hochskalieren oder optimieren
Biotechnologinnen und Biotechnologen in Verfahrensentwicklung, Technikum und Produktion
Studierende höherer Semester der Biotechnologie, Verfahrenstechnik und Chemieingenieurwissenschaften
Betriebsleiter und Projektingenieure, die Investitionsentscheidungen quantitativ begründen müssen
Quereinsteiger aus Chemie, Pharmazie und Lebensmitteltechnik, die Verantwortung für Fermentationsprozesse übernehmen
Vorausgesetzt werden Grundkenntnisse der Mikrobiologie, Thermodynamik und Strömungslehre. Alles Weitere wird im Text entwickelt.
RECHNEN SIE MIT — NICHT NACH.
Sichern Sie sich Ihr Exemplar und arbeiten Sie ab heute mit den Zahlen, die im Technikum und im Produktionsmaßstab tatsächlich zählen.