Wolfgang Steinitz war ein deutscher Finno-Ugrist, Ethnologe und Volkskundler. Er lehrte ab 1946 als Professor für Finno-Ugristik an der Humboldt-Universität zu Berlin und war ab 1952 Direktor des Instituts für deutsche Volkskunde der Deutschen Akademie der Wissenschaften zu Berlin. Von 1954 bis 1958 war er Mitglied des Zentralkomitees der SED.
Als Wiederentdecker verschütteter sozialkritischer Volksliedtraditionen war er der wichtigste Wegbereiter des deutschen Folk-Revivals in der Bundesrepublik und der DDR. Gleichzeitig gelten seine Forschungen über Sprache und Kultur des westsibirischen Volks der Chanten als eines der wichtigsten Zeugnisse für Überlieferung und Tradition dieser bedrohten Ethnie. Auch in anderen sprachwissenschaftlichen und sprachpädagogischen Bereichen hinterließ Steinitz ein umfangreiches Werk. So erreichte er einen gewissen Bekanntheitsgrad durch seine Neubearbeitung der Übertragung des finnischen Nationalepos Kalevala, der er ein drittes Nachwort hinzufügte.