Zerrissen zwischen dem Auftrag zur Rache und tiefen philosophischen Zweifeln an Sinn, Wahrheit und Handeln überhaupt, verzögert Hamlet seine Vergeltung immer weiter, während er eine Wahnsinnsmaske annimmt, seine Verlobte Ophelia in den Selbstmord treibt und schließlich in einem blutigen Finale, in dem fast die gesamte Hauptfigurenriege stirbt, sein Ziel doch noch erreicht.
Mit Monologen wie „Sein oder Nichtsein“ prägte Shakespeare Formulierungen, die tief in die Weltsprache eingegangen sind. Um 1600/1601 entstanden, gilt „Hamlet“ als eines der psychologisch komplexesten Charakterstudien der Theatergeschichte und wird bis heute weltweit in zahllosen Inszenierungen und Interpretationen neu befragt.