In den unteren Stockwerken logieren Industrielle, Spekulanten und wohlhabende Reisende. Unter dem Dach hausen mittellose Heimkehrer, Tänzerinnen, Künstler und Gestrandete, die von einem besseren Leben träumen und doch kaum ihre Zimmer bezahlen können. Hier begegnet Gabriel der geheimnisvollen Varietétänzerin Stasia und trifft seinen lebenshungrigen Kriegskameraden Zwonimir wieder. Während alle auf die Ankunft des amerikanischen Millionärs Bloomfield hoffen, wächst draußen die Verzweiflung: Arbeiter streiken, Heimkehrer strömen in die Stadt, und die ersten Zeichen einer Revolte kündigen sich an.
Das Hotel wird zum Spiegel einer Gesellschaft, in der Reichtum und Armut nur wenige Stockwerke voneinander trennen. Als die Spannungen schließlich in Gewalt umschlagen, gerät auch das Savoy in den Sog des Umsturzes.
Mit knapper, bildstarker Sprache und feiner Ironie erzählt Joseph Roth von den Entwurzelten und Verlorenen der Nachkriegszeit. „Hotel Savoy“ ist ein atmosphärisch dichter Roman über Heimatlosigkeit und soziale Ungerechtigkeit, über den trügerischen Glanz der alten Welt – und über Menschen, die zwischen ihrem vergangenen Leben und einer ungewissen Zukunft gefangen sind.