Die Neuübersetzung von Kurt Steinmann, einem der bedeutendsten und vielfach ausgezeichneten Altphilologen unserer Zeit, erschließt Ovids Verse mit besonderer Klarheit und poetischer Kraft. Ergänzt wird dieser zweisprachige Band durch 15 Illustrationen, durch Anmerkungen sowie ein Nachwort des Schriftstellers Michael Köhlmeier. »Wunder der Verwandlung« ist eine Einladung, den scheinbar bekannten Klassiker in frischer Übertragung neu zu entdecken.
Enthalten sind folgende Mythen:
Proömium / Entstehung des Kosmos und des Menschen / Die vier Weltalter
Apollon und Daphne
Europa
Actaeon
Narcissus und Echo
Niobe
Die lykischen Bauern
Tereus und Prokne. Philomela. Itys
Iason und Medea
Dädalus, Ikarus und Perdix
Philemon und Baucis
Byblis
Iphis
Orpheus und Eurydike
Die Lieder des Orpheus (Ganymedes / Hyakinthus)
Pygmalion
Myrrha
Atalanta und Hippomenes / Tod des Adonis
Midas
Epilog
Ovid (eigentlich Publius Ovidius Naso, 43 v. Chr. – etwa 17. n.Chr.) ist einer der wirkungsmächtigsten Dichter der Antike. Schon zu Lebzeiten eine Berühmtheit, zählt er heute wegen seiner poetisch meisterhaften Darstellung von erotischen und mythologischen Stoffen zu den Klassikern der Weltliteratur. Der aus einer adeligen Familie stammende Ovid genoss eine rhetorische Ausbildung in Rom und Athen. Er unternahm Bildungsreisen nach Sizilien und Kleinasien. Nach kurzer Amtstätigkeit gab er seine politische Laufbahn auf und wandte sich der Dichtung zu. 8 n. Chr. traf ihn das Schicksal der Verbannung: Kaiser Augustus schickte ihn wegen eines Sittenskandals – in den wahrscheinlich die Kaiserenkelin Julia verwickelt war – an die Grenzen des Römischen Reichs, nach Tomis am Schwarzen Meer. Trotz unzähliger Bittschreiben nach Rom wurde er nie begnadigt und starb um 17. n. Chr. im Exil.
Michael Köhlmeier, 1949 geboren, lebt in Hohenems/Vorarlberg und Wien. Im Hörverlag erschienen u. a. die Hörbücher »Zwei Herren am Strand« (2014), »Matou« (2021), »Frankie« (2023), »Das Schöne. 59 Begeisterungen« (2023), »Das Philosophenschiff« (2024), »Die Verdorbenen« (2025), »Das Gute. 53 Zuneigungen« (2026) und »Mein privates Glück«, alle von ihm selbst gelesen. Michael Köhlmeier wurde vielfach ausgezeichnet.
Kurt Steinmann, geboren 1945 in Willisau/Schweiz, studierte Klassische Philologie und Germanistik und unterrichtete Latein und Griechisch. Seit den 70er-Jahren übersetzt er Autoren der griechischen und römischen Antike sowie der Renaissance, darunter Sappho, Sophokles, Petrarca und, für den Manesse Verlag, Petronius («Satyricon», 2004), Erasmus von Rotterdam («Das Lob der Torheit», 2002), Homer («Odyssee», 2007; «Ilias», 2017) und zuletzt Euripides («Medea», 2022). An verschiedenen deutschsprachigen Theatern wurden und werden seine Übertragungen aufgeführt. Für seine Leistungen erhielt Kurt Steinmann den Johann-Heinrich-Voß-Preis für Übersetzung 2019.