Die Erfindung der Macht: Herrschaft, Autorität und Räson, Ausgabe 15

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Macht beginnt nicht mit Krone, Thron oder Heer. Ihr Ursprung liegt tiefer: in der Fähigkeit, Möglichkeiten zu eröffnen, zu begrenzen oder über den Zugang zu lebenswichtigen Dingen zu entscheiden. Körperliche Stärke konnte Überlegenheit schaffen, doch Wissen, Erfahrung und Vertrauen erwiesen sich früh als ebenso wirksam. Wer den Weg zur Wasserstelle kannte, über Nahrung verfügte oder Gefahren zu deuten vermochte, beeinflusste das Handeln anderer, ohne Gewalt anwenden zu müssen. Aus einem Unterschied entstand ein Gefälle, aus dem Gefälle eine Erwartung und aus der Erwartung schließlich eine Ordnung. Mit der Sesshaftigkeit erhielt Macht Vorräte, Grenzen und Erben. Sprache, Rituale, Ämter und Gesetze lösten sie zunehmend von der Person, die sie ausübte. Der Herrscher konnte sterben, während der Thron bestehen blieb; der Befehlende musste nicht mehr anwesend sein, sobald eine vorbereitete Hierarchie seinen Willen weitertrug. Macht wurde delegierbar, speicherbar und anonym. Sie wirkte durch Autorität und Anerkennung, durch Abhängigkeit und Gewohnheit, durch Manipulation, Zwang und notfalls Gewalt. Je selbstverständlicher sie erschien, desto weniger wurde sie als Eingriff wahrgenommen. ›Die Erfindung der Macht‹ verfolgt keine Geschichte großer Herrscher, sondern die Entstehung eines Prinzips. Das Buch zeigt, wie aus persönlicher Fähigkeit eine unpersönliche Ordnung werden konnte, wie Macht in Bewusstsein, Institutionen und gesellschaftliche Routinen eindrang und weshalb sie dort am wirksamsten ist, wo sie kaum noch sichtbar erscheint. Denn Macht liegt weder allein im Mächtigen noch im Unterlegenen. Sie entsteht in jenem Verhältnis, das den Willen des einen in die Wirklichkeit des anderen übersetzt.
Macht beginnt nicht mit Krone, Thron oder Heer. Ihr Ursprung liegt tiefer: in der Fähigkeit, Möglichkeiten zu eröffnen, zu begrenzen oder über den Zugang zu lebenswichtigen Dingen zu entscheiden. Körperliche Stärke konnte Überlegenheit schaffen, doch Wissen, Erfahrung und Vertrauen erwiesen sich ...

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Lutz Spilker wurde am 17.2. des Jahres 1955 in Duisburg geboren. Bevor er zum Schreiben von Büchern und Dokumentationen fand, verließen bisher unzählige Kurzgeschichten, Kolumnen und Versdichtungen seine Feder. In seinen Veröffentlichungen befasst sich Lutz Spilker vorrangig mit dem menschlichen Bewusstsein und der damit verbundenen Wahrnehmung. Ihn fasziniert die Tatsache, dass zu jeder weiteren Sekunde neue Erkenntnisse existieren. »Ich liebe die Sprache: Sie vermag zu streicheln, zu liebkosen und zu Tränen zu rühren. Doch sie kann ebenso stachelig sein, wie der Dorn einer Rose und mit nur einem Hieb zerschmettern.«
Lutz Spilker wurde am 17.2. des Jahres 1955 in Duisburg geboren. Bevor er zum Schreiben von Büchern und Dokumentationen fand, verließen bisher unzählige Kurzgeschichten, Kolumnen und Versdichtungen seine Feder. In seinen Veröffentlichungen befasst sich Lutz Spilker vorrangig mit dem menschlichen ...

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