Obwohl der zeitgleiche Textaustausch eine der ungewöhnlichsten Kommunikationsformen im Internet darstellt, blieb die Medialität des Chats oft unbeachtet. Wurde das Chatten meist als Plattform für Identitätsspiele oder subkulturelle Meinungsbildung untersucht, wird es hier als eine Variante des Klatsches vorgestellt. Freuds Theorie des Dritten erweist sich dabei als Schlüssel zum Verständnis aktueller Formen elektronischer Kommunikation.
Prof. Dr. Anna Tuschling lehrt und forscht zu Medientheorie, Digitalgeschichte und Sigmund Freuds Archäologie der Seele.