Stadtplanung für die Welt?: Internationales Expertenwissen 1900–1960

· Vandenhoeck & Ruprecht
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Grenzübergreifende Expertennetzwerke fungierten im 20. Jahrhundert als Foren für die Entwicklung wissenschaftsbasierter Ordnungskonzepte, mit denen gesellschaftliche Probleme planerisch gelöst werden sollten. Dennoch besaßen diese Zusammenschlüsse keine Sanktionsmittel für die Durchsetzung ihrer Ideen. Außerdem waren sie anfällig für fachliche und politische Konflikte. Doch wie konnten Expertennetzwerke trotz dieser Spannungen als grenzüberschreitende Foren funktionieren? Welchen Beitrag lieferten sie außerdem für die Verbreitung und Durchsetzung szientistischer Ordnungskonzepte? Die Studie untersucht diese Fragen anhand der International Federation for Housing and Town Planning (IFHTP), die mit der Stadtplanung ein markantes Expertisefeld repräsentierte und darüberhinaus eines der größten Netzwerke ihrer Art war, an der sich Planer aus Europa, den USA und zeitweise den Kolonien beteiligten. Anhand der IFHTP und ihren spannungsvollen Bezügen zu anderen Netzwerken sowie dem Völkerbund und den UN argumentiert die Studie, dass die Protagonisten der Expertenverbände unterschiedliche Internationalisierungspraktiken entwickelten, mit denen sie Expertenwissen konstruierten und Ordnungskonzepte universalisierten. Auf diese Weise förderten sie die Aneignung ihrer Forderungen in den jeweiligen beteiligten Gesellschaften. Indem die Studie den Wandel der Internationalisierungspraktiken erstmals umfassend kulturgeschichtlich analysiert, wirft sie neues Licht auf die Konjunkturen des Experteninternationalismus.
Grenzübergreifende Expertennetzwerke fungierten im 20. Jahrhundert als Foren für die Entwicklung wissenschaftsbasierter Ordnungskonzepte, mit denen gesellschaftliche Probleme planerisch gelöst werden sollten. Dennoch besaßen diese Zusammenschlüsse keine Sanktionsmittel für die Durchsetzung ihrer ...

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Dr. Phillip Wagner ist Historiker an der Humboldt Universität zu Berlin. Für die seinem Buch "Stadtplanung für die Welt?" zugrunde liegende Dissertation wurde er 2016 mit dem Nachwuchspreis der Gesellschaft für Stadtgeschichte und Urbanisierungsforschung ausgezeichnet.
Dr. Phillip Wagner ist Historiker an der Humboldt Universität zu Berlin. Für die seinem Buch "Stadtplanung für die Welt?" zugrunde liegende Dissertation wurde er 2016 mit dem Nachwuchspreis der Gesellschaft für Stadtgeschichte und Urbanisierungsforschung ausgezeichnet.

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