Konsolidierung des reformierten Bekenntnisses im Reich der Stephanskrone: Ein Beitrag zur Kommunikationsgeschichte zwischen Ungarn und der Schweiz in der frühen Neuzeit (1500-1700), Ausgabe 2

· Vandenhoeck & Ruprecht
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Jan-Andrea Bernhard untersucht die Beziehungsgeschichte zwischen der Schweiz und Ungarn im 16. und 17. Jahrhundert. In der Forschung ungeklärt ist die Frage, warum die ungarische Reformation sich in ihrer Mehrheit dem helvetischen Bekenntnis angeschlossen hatte, obwohl sich die reformatorischen Kontakte nach Deutschland weit intensiver gestaltet haben. Daraufhin untersucht Bernhard das Quellenmaterial und die Forschungsliteratur erstmals länder- und sprachübergreifend in umfassender Weise. Bei der Beschäftigung mit dem Quellenmaterial war die kommunikationsgeschichtliche Fragestellung, wie sich der Wissenstransfer zwischen der Schweiz und Ungarn in der Frühen Neuzeit gestaltete, leitend.Die Untersuchung entmythologisiert die ungarische (Kirchen-)Geschichtsschreibung in mehreren Bereichen. So kann nachgewiesen werden, dass bis Mitte des 16. Jahrhundert studia humanitatis und reformatio nicht getrennt wurden, die ungarische Reformation in ihren Anfängen keine lutherische war, sondern eine via media im Sinne Melanchthons, Calvins oder anderer vertrat. Weiter ist die Konsolidierung des helvetischen Bekenntnisses in Ungarn nicht nur der Rezeption der Confessio Helvetica posterior (1566) zuzuschreiben, sondern wesentlich auch der großen Verbreitung von reformatorischen Helvetica (Calvin, Bullinger, de Bèze, Gwalther, usw.), welche bis in das 17. Jahrhundert anhielt. Schließlich haben theologische Kontakte und reformierte Verbundenheit das diakonische Engagement zugunsten der verfolgten Protestanten in Ungarn zur Zeit des Absolutismus wesentlich beherrscht, so dass die reformierte Orthodoxie in Ungarn Ende des 17. Jahrhunderts ihren Höhepunkt erreichte. Mit dieser Arbeit gelingt Bernhard ein Meilenstein in der Fachliteratur zur Beziehungsgeschichte zwischen Ungarn und der Schweiz.
Jan-Andrea Bernhard untersucht die Beziehungsgeschichte zwischen der Schweiz und Ungarn im 16. und 17. Jahrhundert. In der Forschung ungeklärt ist die Frage, warum die ungarische Reformation sich in ihrer Mehrheit dem helvetischen Bekenntnis angeschlossen hatte, obwohl sich die reformatorischen K...

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PD Dr. theol. Jan-Andrea Bernhard ist Lehrbeauftragter an der theologischen und philosophischen Fakultät der Universität Zürich.
PD Dr. theol. Jan-Andrea Bernhard ist Lehrbeauftragter an der theologischen und philosophischen Fakultät der Universität Zürich.

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