Franz Kafkas Roman "Das Schloß", sein letztes und unvollendetes Romanwerk, radikalisiert das für Kafka charakteristische Motiv einer undurchdringlichen, allgegenwärtigen Machtstruktur. Der „Landvermesser“ K. kommt in ein tief verschneites Dorf, das administrativ einem geheimnisvollen, auf einem nahen Hügel gelegenen Schloss untersteht, dessen Behörden jedoch trotz aller Bemühungen für K. nie direkt greifbar oder ansprechbar werden. In einer endlosen Kette absurder, kafkaesker Begegnungen mit Dorfbewohnern, untergeordneten Beamten und Boten versucht K. verzweifelt, Anerkennung seiner offiziellen Anstellung und Zugang zur eigentlichen Schlossverwaltung zu erlangen – vergeblich, denn jede Information erweist sich als widersprüchlich, jede Autorität als nur scheinbar zuständig. Der Roman bricht mitten im Satz ab, da Kafka ihn nicht vollenden konnte, bevor er 1924 starb; er wurde erst 1926 postum von Max Brod veröffentlicht, gegen Kafkas ausdrücklichen letzten Willen, sein Werk zu vernichten. „Das Schloߓ gilt als eine der eindrücklichsten literarischen Studien über bürokratische Machtstrukturen, Fremdbestimmung und die Unmöglichkeit, in einem undurchsichtigen System Klarheit zu erlangen.
Franz Kafkas Roman "Das Schloß", sein letztes und unvollendetes Romanwerk, radikalisiert das für Kafka charakteristische Motiv einer undurchdringlichen, allgegenwärtigen Machtstruktur. Der „Landvermesser“ K. kommt in ein tief verschneites Dorf, das administrativ einem geheimnisvollen, auf einem n...