Die zweite, überarbeitete und erweiterte Auflage entwickelt den Neopragmatismus als metatheoretischen Rahmen des Lehrbuchs. Theorien werden dabei nicht als Abbilder einer unabhängig gegebenen Wirklichkeit verstanden. Verstanden werden sie vielmehr als Werkzeuge, mit denen Welt beschrieben, geordnet und problembezogen bearbeitet werden kann. Aus dieser Perspektive werden klassische Positionen der Wissenschaftstheorie, sozialkonstruktivistische Ansätze, wissenschaftsgeschichtliche und wissenssoziologische Zugänge sowie unterschiedliche Raumverständnisse relationiert und hinsichtlich ihrer jeweiligen Reichweite, Anschlussfähigkeit und Tauglichkeit hin befragt.
Das Lehrbuch richtet sich insbesondere an Studierende der Geographie, Raum- und Planungswissenschaften, Landschaftsarchitektur sowie benachbarter sozial- und kulturwissenschaftlicher Fächer. Zugleich bietet es Forschenden und Lehrenden eine Orientierung in einem zunehmend ausdifferenzierten theoretischen Feld. Neu aufgenommen und vertieft wurden in der zweiten Auflage unter anderem Fragen der gesellschaftlichen Legitimation von Wissenschaft, der Bedeutung Künstlicher Intelligenz in wissenschaftlicher Praxis sowie eine neopragmatistische Redeskription von „Doing Geography“.
Prof. Dr. Dr. Olaf Kühne, Forschungsbereich Geographie (Stadt- und Regionalentwicklung), Fachbereich Geowissenschaften, Eberhard Karls Universität Tübingen.
Dr. Karsten Berr, Forschungsbereich Geographie (Stadt- und Regionalentwicklung), Fachbereich Geowissenschaften, Eberhard Karls Universität Tübingen.