Mithilfe seines skrupellosen Kammerherrn Marinelli lässt er den Bräutigam auf dem Weg zur Trauung ermorden und Emilia auf sein Landgut entführen. In der zugespitzten Schlusskatastrophe bittet Emilia ihren eigenen Vater Odoardo, sie zu töten, aus Furcht, der fürstlichen Verführung selbst nicht widerstehen zu können.
Lessing verhandelt in knapper, hochkonzentrierter Form den Konflikt zwischen absolutistischer Willkürherrschaft und bürgerlicher Tugend, zwischen Machtmissbrauch und individueller Selbstbestimmung.
Das 1772 uraufgeführte Stück gilt als Vorläufer des Sturm und Drang und wurde zu einem Schlüsseltext der Debatte über Standesunterschiede, weibliche Selbstbestimmung und politische Freiheit im 18. Jahrhundert.