Dieses Sachbuch verfolgt den Weg der Zeugen Jehovas von einer Zeitschrift mit wenigen tausend Abonnenten bis zu einer Organisation, die den Tag von achteinhalb Millionen Menschen ordnet – und es stellt den Widerspruch in die Mitte: Eine Gemeinschaft, die den lila Winkel im Konzentrationslager trug und in der DDR vierzig Jahre lang verboten blieb, steht heute wegen des Umgangs mit den eigenen Mitgliedern in der Kritik.
Fünf Fragen führen durch das Buch: die bis in die Freizeit verplante Zeit eines ganzen Lebens, die Regel über das Blut und ihre Folgen bis in die Krankenhäuser, die Zwei-Zeugen-Regel bei Missbrauch in der Versammlung, der Preis des Austritts mit Ausschluss und Kontaktabbruch in der eigenen Familie – festgelegt am Tag einer Taufe, die oft mit zwölf stattfindet – und die schrumpfenden Zahlen einer Bewegung, die als Verlag begann.
Weder Abrechnung noch Werbeschrift: Hinter dem Lächeln trennt die Struktur von den Menschen, die in ihr leben, und stützt jede Aussage auf Urteile, interne Handbücher und offizielle Zahlen – vom Wachtturm bis nach Karlsruhe.
Ein klarer, belegter Blick hinter eine Tür, die sonst geschlossen bleibt.