Arthur Schopenhauers Essay „Über die Weiber“, Teil seiner 1851 veröffentlichten Spätwerksammlung „Parerga und Paralipomena“, gehört zu den umstrittensten Texten des Philosophen. In pointierter, oft polemischer Sprache formuliert Schopenhauer darin ein zutiefst misogynes, von den weitverbreiteten Geschlechterstereotypen des 19. Jahrhunderts geprägtes Frauenbild, das Frauen als intellektuell und moralisch dem Mann unterlegen darstellt und ihnen vor allem eine biologisch bedingte Rolle in der Fortpflanzung zuschreibt. Der Text lässt sich einerseits als Ausdruck persönlicher Verbitterung Schopenhauers lesen, dessen Verhältnis zu seiner eigenen Mutter zeitlebens zerrüttet war, andererseits als exemplarisches Dokument der patriarchalen Denkstrukturen seiner Epoche. Aus heutiger Perspektive wird der Essay überwiegend kritisch und historisch-kontextualisierend gelesen: als Beleg dafür, wie selbst ein Philosoph von Schopenhauers intellektuellem Rang tief in den Vorurteilen seiner Zeit verhaftet blieb, und als wichtiges Quellendokument der Geschlechtergeschichte des 19. Jahrhunderts.
Arthur Schopenhauers Essay „Über die Weiber“, Teil seiner 1851 veröffentlichten Spätwerksammlung „Parerga und Paralipomena“, gehört zu den umstrittensten Texten des Philosophen. In pointierter, oft polemischer Sprache formuliert Schopenhauer darin ein zutiefst misogynes, von den weitverbreiteten ...