Wunibald Müller zeigt, wie Großeltern diese Trauer zuzulassen und sich von dem verabschieden können, was nicht mehr ist. Die schwierige Situation lädt Großeltern, ihre Kinder und Enkel dazu ein, offen miteinander zu reden, zu versuchen, sich zu verstehen, voneinander zu lernen. Dabei wird sich zeigen, was wirklich zählt, was sie weiterhin miteinander verbindet, auch wenn sie, was Glauben und Kirche angeht, unterschiedlich denken. Das aber ist ihre Liebe, die größer ist als alles. Auch werden sie entdecken, dass vieles von dem, wofür Glauben und Kirche idealerweise steht oder stehen sollte, Werte sind, die für sie alle wichtig sind. Die Auseinandersetzung mit ihren Kindern und Enkeln lädt Großeltern schließlich auch dazu ein, sich zu fragen, wie es um ihren Glauben steht und wo sie ggf. nachsteuern und Neues zulassen müssen.
Und bei allem gilt: Es gibt keine Enkel ohne Gott, da Gott es nicht von Taufe, Kirchenzugehörigkeit, einem Glaubensbekenntnis abhängig macht, ob er für jemanden da ist. Darauf zu vertrauen, kann Großeltern am Ende damit versöhnen, dass es in der Familie religiös und kirchlich nicht weitergeht wie bisher. Aber es geht weiter und gut weiter, wenn für sie, ihre Kinder und die Enkel gilt, was für Gott selbstverständlich ist: Größer als alles ist die Liebe.
geb. 1950, studierte Theologie und Psychologie. Langjähriger Leiter des Recollectiohauses der Abtei Münsterschwarzach. Bekannt wurde er als Autor zahlreicher Bücher und Beiträge zu Themen der Spiritualität und Psychotherapie. Wunibald Müller ist verheiratet und hat zwei Kinder.