Nachdem die DPs 1947 von »Opfern des Krieges und des Nationalsozialismus« zu »Opfern des Kommunismus« erklärt wurden, waren die Vereinigten Staaten bereit, für deren Umsiedlung nach Amerika, Australien und in andere Länder außerhalb Europas aufzukommen. Die Sowjetunion protestierte gegen diesen »Diebstahl« ihrer Bürgerinnen und Bürger. Für die Vereinigten Staaten war es ein Propagandaerfolg in Zeiten des Kalten Krieges. Auf der Basis neuer Archivrecherchen und Interviews beschreibt Sheila Fitzpatrick nicht nur das Alltagsleben, sondern auch die konkurrierenden Manöver von Politik und Diplomatie.
Flucht ist immer mit Leid verbunden. Und doch ist die Geschichte der sowjetischen DPs eine Erfolgsgeschichte. So ist dieses Buch ein wertvoller Beitrag zum Verständnis der europäischen Nachkriegsmigration und auch zu heutigen Diskussionen um den Umgang mit geflüchteten Menschen.
Sheila Fitzpatrick ist eine US-amerikanische Historikerin australischer Herkunft, die zu moderner russischer Geschichte und der Geschichte der Sowjetunion forscht. Sie ist emeritierte Professorin für Russische Geschichte an der Universität von Chicago und schreibt regelmäßig für die London Review of Books.