Martin Breul geht diesen Fragen nach und entwirft das Programm einer 'Postsäkularen Politischen Theologie'. Er argumentiert für die öffentliche Relevanz der Religion und zeigt zugleich die Stolpersteine auf, die sich im komplexen Gelände der Verhältnisbestimmung von Religion, Öffentlichkeit und Politik verbergen. Anhand verschiedener Fallstudien entwickelt er das Programm einer Politischen Theologie, die sich gegen Privatisierungstendenzen in Theologie und Kirche wendet. So wird deutlich, dass 25 Jahre nach der Begründung der Rede von einer postsäkularen Gesellschaft die politische und gesellschaftliche Relevanz der Religion fortbesteht - und die Rede von einer postsäkularen Gesellschaft zugleich transformiert werden muss, um der Gegenwart gerecht zu werden.
Martin Breul, geb. 1986, Dr. phil. Dr. theol. habil., Studium der Anglistik, Philosophie und Katholischen Theologie in Belfast, Köln und Münster; 2015 Promotion in Philosophie in Köln; 2018 Promotion in Theologie in Bonn; 2021 Habilitation in Theologie in Salzburg; Professor für Katholische Theologie mit Schwerpunkt Systematische Theologie an der TU Dortmund.