Bedingt durch die Spannbreite der behandelten Themen ist der Band nicht nur für Fachwissenschaftler und Kierkegaard-Forscher im engeren Sinne von Interesse, sondern auch für Leser, die Einblick gewinnen wollen in die Hintergründe von Kierkegaards skandalumwitterter Trennung von seiner Verlobten Regine Olsen. Aber auch diejenigen kommen auf ihre Kosten, die gleichsam einen Blick über Kierkegaards Schulter, in dessen „Schreibwerkstatt“ werfen wollen, um aus nächster Nähe zu verfolgen, wie sich Absicht und Umrisse seines schriftstellerischen Werkes in der Auseinandersetzung nicht nur mit zahlreichen klassischen, sondern auch mit einigen zeitgenössischen Autoren philosophisch-theologischer Provenienz abzeichnen und formieren. Abgesehen von den Exzerpten und Notizen zu J.E.E. Erdmann (Not6) und Ph. Marheineke (Not9–10) ist in diesem Zusammenhang vor allem die Mit- und Nachschrift von F.W.J. Schellings Berliner Vorlesung zur Philosophie der Offenbarung von 1841 (Not11) höchst aufschlussreich.
Heinrich Anz, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg; Markus Kleinert, Universität Erfurt; Heiko Schulz, Goethe-Universität Frankfurt am Main.