Mark Twain, geboren 1835 als Samuel Langhorne Clemens in Missouri, wuchs in einer Zeit des tiefgreifenden Umbruchs in den Vereinigten Staaten auf und wurde durch sehr unterschiedliche Lebensstationen geprägt: als Drucker, Flusspilot, Journalist, Vortragskünstler und schließlich als einer der einflussreichsten Schriftsteller der amerikanischen Literatur. Seine Erfahrungen am Mississippi, im Westen und auf Reisen durch die Welt gaben seinem Schreiben jene Mischung aus genauer Beobachtung, Humor und gesellschaftlicher Wachheit, die sein Werk so unverwechselbar macht. Twain verstand es wie kaum ein anderer, die Sprache des Alltags literarisch fruchtbar zu machen und mit Ironie, Satire und warmherziger Menschenkenntnis die Widersprüche seiner Zeit sichtbar zu machen. Er schrieb über Abenteuer, Selbsttäuschung, soziale Ungerechtigkeit, Gier, Provinzialismus und den Mythos des amerikanischen Fortschritts, wobei er stets auch die Verletzlichkeit des Einzelnen im Blick behielt. Gerade seine Auseinandersetzung mit dem Goldrausch und den Hoffnungen auf schnellen Reichtum wirkt bis heute erstaunlich aktuell, weil sie Mechanismen von Verführung, Enttäuschung und ökonomischem Traumdenken offenlegt, die auch die Gegenwart prägen. Twains Bedeutung liegt nicht nur in seinem Witz und seiner sprachlichen Lebendigkeit, sondern auch in seiner kritischen Haltung gegenüber Rassismus, Heuchelei und Machtmissbrauch; damit bleibt er ein Autor, der zum Nachdenken anregt und zugleich bestens unterhält. Wer kluge Gesellschaftskritik, lebendige Figuren und eine Sprache mit unverwechselbarem Rhythmus schätzt, wird an Mark Twain bis heute große Freude haben.