Im Anschluss an phänomenologische Positionen wird Kampffliegen als relationales Phänomen zwischen Mensch, Technologie und (Um-)Welt erforscht. Analysiert wird das körperliche und leibliche, kognitive und emotionale Training angehender Kampfpilot:innen. Kulturtechnologien etwa Skizzen, Listen und Karten geraten ebenso in den Blick wie hochkomplexe Simulationen, physikalische Kräfte und natürliche Phänomene. Damit erschließt die Ethnografie militärische Sozialisation und zeigt, über die Annahme disziplinierter Körper hinausgehend, wie Leiblichkeit zugleich Gegenstand und (eigenwillige) Ressource der Produktion militärischen Personals ist.
Dr. Lisa Anders ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Soziologie der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Ihre theoretischen Bezugspunkte sind (Leib-)Phänomenologie, Materialitätstheorien und wissenssoziologische Ansätze; zu ihren Forschungsschwerpunkten zählen Wissenschafts- und Technikforschung, Militärsoziologie sowie qualitative Forschungsmethoden.