Im Dezember der Wind

· Verlag Klaus Wagenbach
Rafbók
432
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Um þessa rafbók

Jeder Sturm hat seine Gründe, jedes Schicksal seinen Ursprung. Wie eine gelassene, weil machtlose Göttin sitzt die Großmutter inmitten von Zikadengezeter in der trägen Luft der Mittagshitze, als sie es Lina erklärt: warum ihre Freundin Dora einen Mann heiraten wird, der sie schlägt – und welche generationenalte Schuld sie unabwendbar ins Unglück zu führen scheint. Viele Jahre später versucht Lina zu begreifen und zu erzählen: nicht nur von Dora, auch von Catalina, Beatriz und sich selbst. Alle sind sie jung, schön und reich, Teil der so konservativen wie frivolen Elite Barranquillas, einer Stadt an der kolumbianischen Karibikküste. Es sind Geschichten von Freiheitsträumen und Demütigungen, von weiblichem Begehren, von Sex und Unterwerfung, kolonialem Erbe und den Verbrechen der Erziehung – vor allem aber Geschichten von Frauen, die zum Skandal werden. Marvel Morenos Sprache ist ein Ereignis: bildgewaltig, mal sarkastisch-fies, mal sinnlich, immer unerbittlich tiefenscharf. Ein lebenssattes lateinamerikanisches Sittengemälde der fünfziger Jahre, ein allzu lange verborgener Schatz der Weltliteratur – endlich in herausragender deutscher Erstübersetzung.
Jeder Sturm hat seine Gründe, jedes Schicksal seinen Ursprung. Wie eine gelassene, weil machtlose Göttin sitzt die Großmutter inmitten von Zikadengezeter in der trägen Luft der Mittagshitze, als sie es Lina erklärt: warum ihre Freundin Dora einen Mann heiraten wird, der sie schlägt – und welche g...

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Um höfundinn

Marvel Moreno gehört zu den großen Vergessenen der lateinamerikanischen Literatur. 1939 in Barranquilla/Kolumbien geboren, wurde sie als Karnevalskönigin landesweit bekannt. Diese öffentliche Wahrnehmung wurde Moreno kaum wieder los – auch nicht, als sie sich Ende der sechziger Jahre im Grupo de Barranquilla um Gabriel García Márquez als ernstzunehmende Schriftstellerin zu etablieren versuchte. 1971 beschloss sie daher, sich endgültig an ihrem Sehnsuchtsort niederzulassen: Paris. 1980 veröffentlichte sie ihren ersten Erzählungsband, 1987 dann den Roman »Im Dezember der Wind«. 1989 gewann das Buch in Italien den Premio Grinzane Cavour. Sie starb 1995 in Paris, erst 2020 erschien postum der Roman »El tiempo de las amazonas«. In Kolumbien längst als bedeutende Autorin etabliert, wurde sie zum Vorbild für zahlreiche Schriftstellerinnen der jüngeren Generation. Rike Bolte lehrt lateinamerikanische, spanische und frankophone Literaturen an der Universidad del Norte in Barranquilla. Bolte ist Mitbegründerin und Kuratorin des Poesiefestivals Latinale sowie Übersetzerin aus dem Spanischen und Französischen. Für ihre Übersetzung von James Noëls Roman »Was für ein Wunder« wurde sie 2020 mit dem Internationalen Literaturpreis des Haus der Kulturen der Welt ausgezeichnet.
Marvel Moreno gehört zu den großen Vergessenen der lateinamerikanischen Literatur. 1939 in Barranquilla/Kolumbien geboren, wurde sie als Karnevalskönigin landesweit bekannt. Diese öffentliche Wahrnehmung wurde Moreno kaum wieder los – auch nicht, als sie sich Ende der sechziger Jahre im Grupo de ...

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