Die Sünde: Eine Diskussion

· Matthes & Seitz Berlin Verlag
Ebook
272
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Georges Batailles Diskussion über die Sünde gehört zu den eigentümlichsten Dokumenten des intellektuellen Lebens im besetzten Paris: Im März 1944 diskutieren Bataille, der Jesuit Jean Daniélou, Jean‐Paul Sartre und andere prominente Stimmen über Sünde, Schuld und das Verhältnis von Gut, Böse und Kommunikation – mitten im Krieg, jenseits jeder unmittelbaren »Résistance«-Agenda. Das Buch präsentiert Batailles Eröffnungsvortrag »Der Gipfel und der Niedergang«, Daniélous Erwiderung sowie die anschließende Debatte und macht die spannungsreiche Konstellation von Mystik, Existenzialismus und katholischer Theologie erstmals in dieser Geschlossenheit zugänglich. In seiner Einleitung rekonstruiert Michel Surya die biografischen und intellektuellen Hintergründe – von Batailles Nähe zu Laure und Marcel Moré über Nietzsche, Dostojewski und Schestow bis zu den Versuchen, das Christentum im Angesicht von Gottes Tod und moderner Erfahrung neu zu denken. So entsteht ein vielschichtiges Panorama einer Debatte, in der Sünde als privilegierter Zugang zum Sakralen erscheint und radikal die Frage nach einer »Gipfelmoral« jenseits bloßer Lebensregeln gestellt wird.
Georges Batailles Diskussion über die Sünde gehört zu den eigentümlichsten Dokumenten des intellektuellen Lebens im besetzten Paris: Im März 1944 diskutieren Bataille, der Jesuit Jean Daniélou, Jean‐Paul Sartre und andere prominente Stimmen über Sünde, Schuld und das Verhältnis von Gut, Böse und ...

About the author

Georges Bataille, 1897 in Billom, Puy-de-Dôme geboren, war von 1922 bis 1942 als Bibliothekar an der Bibliothèque nationale tätig, in der er Walter Benjamins Manuskripte versteckte und so vor der Vernichtung rettete. Von Nietzsche und Sade, aber auch von Kojèves Hegel beeinflusst, verfasste er ein in seiner Bandbreite einmaliges Werk. Er starb 1962 in Paris. Ein großer Teil seines Werks ist bei Matthes & Seitz Berlin erschienen.

Michel Surya, 1954 geboren, Schriftsteller und Philosoph, hat neben seiner einschlägigen Biografie zu Georges Bataille ( Georges Bataille: la mort à l'œuvre) zwei Romane sowie mehrere Erzählungen und philosophische Essays veröffentlicht. 1987 rief er die Zeitschrift Lignes ins Leben, deren Herausgeber er bis vor Kurzem gewesen ist.

Tim Trzaskalik, 1970 in Bonn geboren, ist Autor und Übersetzer. Er lebt und arbeitet im Finistère und im hessischen Hinterland.

Frank Witzel veröffentlichte seit seinem ersten Lyrikband 1978 mehr als ein Dutzend Bücher, darunter den Roman Die Erfindung der Roten Armee Fraktion durch einen manisch-depressiven Teenager im Sommer 1969, für den er den Deutschen Buchpreis 2015 erhielt. Für das gleichnamige Hörspiel gewann er den Deutschen Hörspielpreis 2017. Für seinen Roman Direkt danach und kurz davor war er für den Wilhelm Raabe-Literaturpreis 2017 nominiert, mit seinem Roman Inniger Schiffbruch war er 2020 erneut auf der Longlist des Deutschen Buchpreises. Er hatte die Poetikdozentur der Universitäten Heidelberg, Tübingen und Paderborn inne und war 2017/2018 Inhaber der Friederichs-Stiftungsprofessur an der Hochschule für Gestaltung Offenbach. Von seinen zahlreichen Hörspielen ist die vom BR 2018 produzierte Hörspielserie Stahnke, und das zuletzt 2024 vom HR gesendete Hörspiel Gerhart Preßler – Ein Leben im Ton, alle in der Regie von Leonhard Koppelmann, zu nennen. Die in Stuttgart aufgeführte Oper Dora von Bernhard Lang, für die Witzel das Libretto schrieb, wurde 2024 zur Uraufführung des Jahres gewählt. Im selben Jahr erhielt Witzel den Crespo Wortmeldungen Literaturpreis für seinen Essay Die Möglichkeit einer Micky Maus. em

Georges Bataille, 1897 in Billom, Puy-de-Dôme geboren, war von 1922 bis 1942 als Bibliothekar an der Bibliothèque nationale tätig, in der er Walter Benjamins Manuskripte versteckte und so vor der Vernichtung rettete. Von Nietzsche und Sade, aber auch von Kojèves Hegel beeinflusst, verfasste er ei...

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