Ehen und Liebesverhältnisse geraten ins Wanken, Untreue wird enthüllt oder geschickt überspielt, Wahrheit zur Waffe und Verstellung zur zweiten Natur. Besonders dort, wo Schauspieler auftreten, verschwimmen Bühne und Alltag: Ist ein Gefühl noch echt, sobald es vorgeführt wird? Und lässt sich Aufrichtigkeit überhaupt von einer besonders überzeugenden Darstellung unterscheiden? Schnitzlers Figuren reden brillant, verletzen beiläufig und verraten in ihren Ausflüchten oft mehr, als sie aussprechen wollen.
Mit psychologischer Feinzeichnung, eleganter Dialogkunst und hintergründigem Witz seziert Schnitzler die bürgerliche Beziehungsmoral seiner Zeit. Hinter der gesellschaftlichen Komödie öffnen sich Abgründe aus Eifersucht, Eitelkeit, Begehren und Angst vor dem Verlust.
„Komödie der Worte“ ist ein funkelndes Bühnenwerk über die Macht der Sprache und die Masken der Liebe – leicht im Ton, unerbittlich in der Beobachtung und von verblüffender Modernität.