Die grammatische Analyse ist in eine größere Auseinandersetzung mit Brants Sprachgebrauch und Umgang mit der Volkssprache und dem Lateinischen eingebettet, die neben sprach- auch literaturgeschichtliche Aspekte enthält. Dafür werden zwei der Textensembles untersucht, die Brant zum selben Gegenstand auf Latein (in elegischen Distichen) und auf Deutsch (in Reimpaaren) verfasste und als Flugblatt oder ‐schrift publizierte (das Donnerstein-Blatt sowie die Somnia- und Traum-Schrift). Verglichen werden sie auf fünf Ebenen: Layout, Intentionsprofil (bes. Äußerungsformen direktiver Sprechakte), Archive, Syntax und Stil.
Mit dem Nachweis u. a. der eigenständigen syntaktischen Gestaltung der deutschen und lateinischen Textfassungen leistet die Arbeit einen weiterführenden Beitrag zur Diskussion des Verhältnisses von Latein und Volkssprache.
Anne Gessing, Rheinische Friedrich Wilhelm University, Bonn, Germany.