Dass das Knien keine Kuriosität ist, sondern im Zentrum der Symbolik von Macht steht, zeigt Andreas Gehrlach so kenntnisreich wie zugewandt. Dazu birgt er Kniefallszenen aus den letzten fünftausend Jahren und zeigt mit jeder davon aufs Neue, dass Widerstand etwas ganz und gar Menschliches ist. Vielleicht sogar das, was uns zu Menschen macht.
Andreas Gehrlach, 1981 geboren, studierte Literaturwissenschaft in Tübingen und ist Wissenschaftlicher Programmdirektor am Internationalen Forschungszentrum Kulturwissenschaften in Wien. Er beschäftigt sich mit modernen und antiken Kulturtheorien, prekären, kriminellen und politischen Ökonomien und forscht zur Geschichte der Hierarchie und ihrer Infragestellung.