Mario Adorf trifft ganz wunderbar Begleys nuancenreichen Ton; liest mal mit Leichtigkeit, mal amüsiert, mal mit zunehmender Verzweiflung von Schmidts Ringen um einen Neuanfang. Er verwandelt sich regelrecht in Schmidt - und zieht uns so geschickt auf die Seite des manchmal unleidigen, doch immer zutiefst menschlichen Helden.
Louis Begley wurde 1933 als Sohn polnischer Juden in einer kleinen Stadt in der heutigen Ukraine geboren. Er entging dem Holocaust und siedelte 1947 in die USA über, wo er Jura studierte. Für sein Werk erhielt Begley zahlreiche Auszeichnungen, darunter den PEN/Ernest Hemingway Foundation Award, den American Academy of Letters Award sowie den Literaturpreis der Konrad-Adenauer-Stiftung.
Der Schauspieler und Schriftsteller Mario Adorf (1930–2026) besuchte nach dem Studium der Philologie und Theaterwissenschaften die Otto-Falckenberg-Schule in München und war bis 1962 an den Münchener Kammerspielen beschäftigt. In seiner Laufbahn war Mario Adorf an unzähligen Theaterbühnen engagiert und drehte über hundert Filme im In- und Ausland. Sein erster großer Erfolg in der Schurkenrolle, die für ihn charakteristisch wurde, war in »Nachts, wenn der Teufel kam«. In den 1960er-Jahren wurde er zum Star etlicher Italo-Produktionen wie »Allein gegen die Mafia«. Im Jungen Deutschen Film der 70er und 80er Jahre arbeitete er mit großen Regisseuren zusammen, z.B. in »Die verlorene Ehre der Katharina Blum« und »Die Blechtrommel« mit Volker Schlöndorff oder in »Lola« mit Rainer Werner Fassbinder. Ende der 80er Jahre war er schließlich durch Serien wie »Kir Royal« oder »Der große Bellheim« von Helmut Dietl aus dem deutschen Fernsehen nicht mehr wegzudenken. Für seine Verdienste um den deutschen Film wurde Mario Adorf 2004 mit dem Deutschen Filmpreis ausgezeichnet. Auch als Autor war er mehrfach in Erscheinung getreten.