Ilija Trojanow ist als Kind zusammen mit seiner Familie aus Bulgarien geflohen. Virtuos, poetisch und klug reflektierend erzählt er von seinen eigenen Prägungen als lebenslang Geflüchteter. Von der Einsamkeit, die das Anderssein für den Flüchtling tagtäglich bedeutet. Davon, wie wenig die Vergangenheit des Geflüchteten am Ort seines neuen Daseins zählt. Was das Existieren zwischen zwei Sprachen mit ihm macht. Welche Lügengeschichten man als Geflüchteter den Daheimgebliebenen auftischt. Und dass man vor der Flucht wenigstens wusste, warum man unglücklich war.
Ilija Trojanow zeichnet das existentielle Porträt eines Menschenschicksals, das unser 21. Jahrhundert bestimmt.
Covermotiv: Jacob Lawrence, In the North the Negro had better educational facilities © The Jacob and Gwendolyn Knight Lawrence Foundation, Seattle / VG Bild-Kunst, Bonn, 2024
Ilija Trojanow, geboren 1965 in Sofia, floh mit seiner Familie 1971 über Jugoslawien und Italien nach Deutschland. Nach den Stationen Kenia, Paris, München, Mumbai und Kapstadt lebt er heute in Wien. Seine Romane und Reisereportagen sind gefeierte Bestseller und wurden mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Zuletzt erschienen bei S. Fischer und Argon Macht und Widerstand, der Sachbuch-Bestseller Meine Olympiade sowie der autobiographisch-politische Essay Nach der Flucht.