Der junge Aktenkopist Bartleby fällt in der neuen Anwaltskanzlei bald durch seine Schweigsamkeit, ungeheure Arbeitswut und große Gewissenhaftigkeit auf. Dass er Korrekturlesen und Botengänge »lieber nicht machen« möchte, stößt zwar auf Unverständnis, wird jedoch toleriert. Als er eines Tages ankündigt, das Kopieren von Akten für immer aufgeben zu wollen, soll er die Kanzlei verlassen. Doch auch das möchte er »lieber nicht«...
Herman Melville (1819-1891) verbrachte viele Jahre seines Lebens auf dem Meer und fuhr als Matrose an Bord von Walfängern. Als Schriftsteller hielt er diese Erlebnisse später in Moby Dick und anderen Abenteuerromanen fest, verewigte aber ebenso seine Arbeitserfahrungen in Kanzleien und Schreibstuben: Bartleby, diese absurde Parabel auf die Grenzen des Menschseins in der modernen Welt, machte Melville zur Inspirationsquelle großer Autoren des 20. Jahrhunderts.
Lambert Hamel wurde 1940 in Ludwigshafen am Rhein geboren und studierte Gemanistik, Philosophie und Theaterwissenschaft in Heidelberg und Köln. An der Westfälischen Schauspielschule Bochum absolvierte er im Anschluss seine Schauspielausbildung. Seitdem ist er als Schauspieler und Sprecher tätig.