Fjodor Michailowitsch Dostojewskij wurde 1821 in Moskau als Sohn eines Arztes geboren. Er studierte an der Militär-Ingenieurschule in St. Petersburg, gab seinen Beruf als Ingenieur aber bereits kurz nach dem Studium auf, um freier Schriftsteller zu werden. Er stand zunächst dem atheistischen Sozialismus nahe und wurde 1849 wegen der Teilnahme an den Zusammenkünften einer sozialistischen Gruppe zum Tode verurteilt, kurz vor der Hinrichtung jedoch zu vierjähriger Zwangsarbeit in Sibirien begnadigt. 1859 kehrte er, innerlich gewandelt, als überzeugter Christ nach Rußland zurück. Ab 1867 lebte er mehrere Jahre in Westeuropa, auch in Deutschland. Er starb 1881 in St. Petersburg.
Heinz Reincke (1925–2011) gehörte von 1955 bis 1965 dem Deutschen Schauspielhaus in Hamburg an. Er war in allen Filmgenres zu Hause: Von Jugendfilmen wie »Das fliegende Klassenzimmer« über Kriminalfilme wie »Der Mörderclub von Brooklyn« und Kriegsdramen wie »Der längste Tag« bis hin zu Komödien wie »Hochwürden drückt ein Auge zu«. Fernsehzuschauer kennen ihn auch aus der Serie »Der Landarzt« und als Pastor Eckholm in »Zwei Münchner in Hamburg«.
Hans Paetsch (1909–2002) war DER Märchenonkel der Nation. Der Schauspieler und Erzähler wirkte in zahlreichen Film- und Fernsehproduktionen mit und gehörte 28 Jahre lang zum festen Ensemble des Hamburger Thalia Theaters.
Gisela Zoch-Westphal (1930–2023), erhielt in Hamburg ihre Schauspielausbildung und erste Engagements bei den Hamburger Kammerspielen. Ab 1967 arbeitete sie zunehmend für Presse und Rundfunk. In diesem Zusammenhang veröffentlichte sie Reiseberichte über Israel, London, Irland und Zypern. Seit 1975 verwaltete sie das dichterische Werk der Lyrikerin Mascha Kaléko. 1995 wurde ihr gemeinsam mit Gert Westphal aufgenommener Ehebriefwechsel von Theodor und Emilie Fontane mit einem Schallplattenpreis ausgezeichnet.
Heinz Klevenow (1908–1975) spielte immer wieder auch für Theater und Film, vor allem aber war er ein gefragter Synchron- und Hörspielsprecher. Unter Hörspielregisseur Fritz Schröder-Jahn sprach er zahlreiche Hauptrollen für Rundfunkproduktionen, z.B. 1964 im berühmten Hörspiel »Das Schiff Esperanza« von Fred von Hoerschelmann. Ebenfalls zu hören ist er in »Paul Temple und der Fall Lawrence« (1958). Als Synchronsprecher lieh er seine Stimme u.a. Robert Newton in »Oliver Twist«, Lionel Barrymore in »Ist das Leben nicht schön?« und Lorne Greene in der NDR-Synchronisation von »Bonanza«.
Gert Westphal wurde 1920 in Dresden als Sohn eines Fabrikdirektors geboren. Nach einer Schauspielausbildung am Dresdner Konservatorium erhielt er 1945 sein erstes Engagement an den Bremer Kammerspielen, nebenbei begann er bei Radio Bremen als Hörspielsprecher zu arbeiten. Bereits 1948 avancierte er zum Oberspielleiter und Chef der Hörspielabteilung von Radio Bremen. 1953 wechselte Gert Westphal zum Südwestfunk in Baden-Baden, wo er bis 1959 die Hörspielabteilung leitete und zeitweilig auch Chefregisseur der Fernsehspielabteilung war. Zum Theater kehrte er 1960 als Ensemblemitglied des Züricher Schauspielhauses zurück, dem er bis 1980 angehörte. Seitdem war er freiberuflich als Schauspieler und Regisseur tätig, vor allem aber als Rezitator auf der Bühne und im Rundfunk, auf Schallplatte und CD. Im Jahr 1984 bezeichnete ihn die ZEIT als »König der Vorleser« und qualifizierte seine Vortragskunst als virtuose Inszenierung eines »akustischen Ein-Mann-Theaters«. Er verstarb 2002 in Zürich.