Kein Roman der Weltliteratur hat die Phantasie und das Denken der folgenden Jahrhunderte so grundlegend gepraegt wie Don Quijote de la Mancha von Miguel de Cervantes, 1605 zum ersten Mal in Madrid veroeffentlicht und seitdem unaufhoerlich neu gelesen, neu uebersetzt, neu interpretiert und neu entdeckt. Die Figur des Alonso Quijano, des bescheidenen Landjunkers aus der Mancha, der so viele Ritterromane verschlungen hat, dass er selbst zu einem Ritter wurde und auf seinem mageren Pferd Rosinante auszieht, um die Welt zu verbessern, ist zu einem universellen Symbol geworden, das auch Menschen kennen, die das Buch nie gelesen haben. Er greift Windmuehlen an, weil er in ihnen Riesen sieht. Er befreit Galeerensklaven, weil sein Ehrenkodex es von ihm verlangt. Er liebt Dulcinea del Toboso mit einer Reinheit und Totalitaet, die er einem Bauermaedchen aus dem Nachbardorf gewidmet hat, von dem er nur den Namen kennt. Und in all diesen wahnhaften, komischen, ruehrenden Unternehmungen hat er eine Wuerde und eine moralische Klarheit, die die vernuenftigen und bodenstaendigen Menschen um ihn herum beschaemen. Dieser Band untersucht jeden Aspekt dieses grundlegenden Werks: die Psychologie des Ritters und seines Knappen Sancho Panza, die Struktur der beiden Teile des Romans, die metafiktionalen Spiele mit dem arabischen Erzaehler Cide Hamete Benengeli, den Gesellschaftskommentar ueber das Spanien des Jahres 1600, die Rezeptionsgeschichte des Romans von der Komoedie des 17. Jahrhunderts bis zur romantischen Neuinterpretation und zur philosophischen Schluesselstellung im 20. Jahrhundert sowie den weltweiten Einfluss, der Don Quijote zum Grundlagentext der modernen Weltliteratur gemacht hat.
Kein Roman der Weltliteratur hat die Phantasie und das Denken der folgenden Jahrhunderte so grundlegend gepraegt wie Don Quijote de la Mancha von Miguel de Cervantes, 1605 zum ersten Mal in Madrid veroeffentlicht und seitdem unaufhoerlich neu gelesen, neu uebersetzt, neu interpretiert und neu ent...